20
Mai

Was ist Pragmatic Identity Matching?

Kurze Einführung zur Forschung und Anwendung. Autor und Copyright: Dr. Markus Erbach 2015

Das Pragmatic Identity Matching-Konzept

Pragmatic Identity Matching ist ein innovativer Forschungsansatz von Dr. Markus Erbach zur ganzheitlichen Entwicklung von Unternehmen und Organisationen. Er basiert auf der Verbindung des Pragmatismus nach Charles Peirce und dem Verständnis der Identitätsentwicklung nach der Sozialpsychologie. Zentraler Gedanke: Innere Entwicklung und äußere Einflüsse verbinden sich (matching) in einem Anwendungsmodell für integratives Denken und kooperatives Handeln.

Pragmatic Identity Matching ermöglicht die systematische Gegenüberstellung und den geplanten Abgleich unterschiedlichster Voraussetzungen und Interessen. Es stellt als System und Software eine neuartige Informationsstruktur zur wertneutralen Integration von Inhalten zwischen Teilnehmern bzw. Subjekten einer Kommunikation bereit. Identity Matching ist eine wissenschaftliche Datenaufbereitung, die integratives Denken ermöglicht und koordiniertes Handeln zu Ziel hat: Barrieren werden abgebaut, Handlungspotenziale werden gesteigert und Lösungen generiert. Das Identity Matching-Konzept ist nahezu universell anwendbar, es ist zugleich ein kommunikationsstruktureller Ansatz wie eine Erkenntnistheorie und basiert auf transdisziplinärer Forschungsarbeit.


 

I. Wesentliche Merkmale des Pragmatic Identity Matchings

Pragmatic Identity Matching

  • wendet ein universelles Schema der Identität (Identitymatrix) auf beide Seiten einer Kommunikation (bzw. auf Kommunikationsgegenstände) an,
  • vergleicht dadurch unterschiedlichste Inhalte wertneutral und
  • gleicht sie nach demselben Schema in geplanter Weise miteinander ab.

Dadurch wird ein grundlegendes Problem der geplanten Kommunikation gelöst (vgl. dazu Forschungslücke der BWL): Die „inhaltliche Integration in der strategischen Kommunikation“. Sie ist auch für alle anderen Wissenschaften und Fachgebiete relevant, in denen Inhalte in geplanter Weise vermittelt werden sollen.

Die Universalität des Pragmatic Identity Matching-Konzepts

  • resultiert aus der Idee der geplanten Passung von Identitäten (Identity Matching)
  • basiert auf der Grundannahme, dass jedes Lebewesen, jeder Gegenstand, jede Organisation und jedes Ereignis eine „Identität“ hat.

Das Pragmatic Identity Matching-Konzept kann als Verkörperung von drei unterschiedlichen Methoden bzw. Ansätzen verstanden werden:

  1. Als kommunikationsstruktureller Ansatz: Erbach‘s Identitätsschema besteht aus der „Identitätstriade“ und der „Matrix für Identity Matching“ für die strukturierte Beschreibung und zum systematischen Abgleich zweier Identitäten bzw. Kommunikationsgegenstände. Es basiert auf der „triadischen Zeichenrelation“ der Semiotik (Lehre vom Zeichen, gr. „Semion“) nach PEIRCE (1839-1914).
  2. Als Erkenntnistheorie und Philosophie: Erbach‘s semiotische Identitätstriade korrespondiert mit den handlungspsychologischen Phasen „Erkennen, Bewerten, Handeln“. Als System für den Gewinn von Erkenntnissen aus dem Verhältnis zu einem Gegenüber eröffnen sie neue Potenziale und Handlungsmöglichkeiten.
  3. Als informationstechnologischer Ansatz: Das Triadensystem erlaubt über systembedingte Fraktalisierungsprozesse an jeder Stelle eine interessengeleitete Informationsvertiefung. Eine webbasierte Multi-User-Software (Betaversion vorhanden) vereinfacht die Umsetzung und Handhabung vom Identity Matching-Prozess.

Wissenschaftlich kann das Identity Matching-Konzept verortet werden als

  1. Theorie zur Gewinnung neuer Erkenntnisse (Heuristik) durch die Vernetzung spezifisch strukturierter Inhaltsmodule beschrieben werden,
  2. strukturwissenschaftlicher Ansatz (Strukturwissenschaft), der anderen wissenschaftlichen Disziplinen und Fachgebieten zur geplanten Integration und gezielten Vermittlung ihrer Inhalte als Hilfswissenschaft zur Verfügung steht.

Das digitale Wissensarchiv der Identity Matching-Software verbindet alle innengerichteten und aussengerichteten Entwicklungsstadien und damit verbundenen Prozesse einer Identität (d.h. Inhalt, Thema, Produkt, Organisation usw.) als Kommunikationsgegenstand in Bezug auf ein Gegenüber (d.h. Markt, Zielgruppen, Wettbewerber usw.). In der Informationsstruktur der „Matrix für Identity Matching“ integriert es Expertenwissen und Crowd Thinking.

Das Identity Matching-Konzept führt zu einer nachhaltigen Verbesserung der Beziehungen der beteiligten Akteure durch die optimalen Nutzung vorhandener Ressourcen und die Erweiterung gemeinsamer Gestaltungsspielräume. Dies wird erreicht durch

  • Aufhebung der Einseitigkeit der Standpunkte, weil der Einzelne oder die Gruppe andere Perspektiven nun transparent in Betracht ziehen kann,
  • Symmetrie der Kommunikation, weil man den anderen als Gegenüber in seiner Welt und den damit verbundenen Belangen angemessen wahrnehmen kann,
  • individuelle Tiefe und Authentizität, weil alle Kommunikationsangebote gegenseitig in jeder beliebigen Tiefe präsentiert und wahrgenommen werden.

Das Gelingen der Verknüpfung der Wissensbestände begründet sich

  • durch den Abbau von Barrieren, den Gewinn neuer Erkenntnisse und der Entwicklung gemeinsamer Lösungswege und Synergien,
  • durch die über Identitätstriaden mögliche systematisch geplante Verbindung und den strukturierten Abgleich gänzlich unterschiedlicher Themen, Ereignisse, Gegenstände, Lebewesen, Kulturen, Kommunikationsteilnehmer, Voraussetzungen, Interessen, Ideen, Konzepte, Visionen usw.
  • durch das über die webbasierte Multi User Schnittstelle prinzipiell unbegrenzte Maß der Beteiligung der Akteure und der Nutzung vorhandener Wissensbestände.

Voraussetzende Einschränkung:

  • Die Arbeit mit dem Identity Matching bedarf der Bereitschaft der beteiligten Akteure, zu kooperieren und gewonnene Einsichten und Lösungswege umzusetzen.

Herausragender Vorteil:

  • Der informationsstrukturelle Ansatz bietet im Unterschied zu inhaltlich orientierten Ansätzen den Vorzug, unterschiedlichste Bedürfnisse wertneutral gegenüberstellen und somit überhaupt erst verhandelbar zu machen.

Im Identity Matching-Prozess zielt jeder Gewinn neuer Perspektiven auf die systematisch geplante Veränderung bzw. Verbesserung bestehender komplexer Zustände und Situationen. Dafür stehen erprobte Instrumente und Methoden bereit.


II.  Anwendungsdimensionen des Pragmatic Identity Matching-Konzepts

Der Einsatz des universalen Identity Matching-Konzepts erfolgt überall dort, wo die geplante Integration von Inhalten vielversprechend bzw. notwendig ist – von ganzheitlichen Integrations- und Verständigungsprozessen bis zur individuellen Beziehung zwischen Gruppen, Organisationen und Mitgliedern (vgl. bisher realisierte Projekte):

  1. im wissenschaftlichen Kontext
  2. in sozialen, ökonomischen und ökologischen Kontexten
  3. in politischen und interkulturellen Kontexten

 1. wissenschaftliche Nutzungspotenziale des Identity Matchings (Beispiele)

  • Strukturierung von Forschungsgebieten/Kooperationen
  • Integration von Forschung und Anwendungspraxis
  • Wissenschaftsmanagement, intra- und interdisziplinär
  • Qualitätsmanagement für Forschung und Lehre
  • Vermarktung von Forschungsergebnissen

 2. sozio-ökonomische Nutzungspotenziale des Identity Matchings (Beispiele)

  • markt- und zielgruppenorientierte Entwicklung kommerzieller Identitäten (Corporate und Brand Identity; Produkt- und Markenentwicklung; Innovationen)
  • planmäßige Bezugnahme von Unternehmen, Organisationen usw. auf ein Gegenüber (als Markt, Wettbewerb, Gesellschaft, Anspruchsgruppen, Zielgruppen)
  • zielgruppenorientierte Kommunikation (Kampagnen der Information und Werbung für Projekte, Programme, Angebote von Parteien, Unternehmen, Organisationen)
  • zielorientierte Entwicklung, Steuerung und Optimierung von Organisations- und Prozessstrukturen (integrierte Produktion, Optimierung interner Abläufe usw.)
  • zielgruppenorientierte Entwicklung von Lernsystemen und Wissensdatenbanken (Konzeption von Studiengängen, interessengeleitete Wissensvernetzung usw.)

 3. politisch-interkulturelle Nutzungspotenziale des Identity Matchings (Beispiele)

  • Entwicklung bürgerorientierter Verwaltungsangebote und Kommunikation
  • Partizipationsprogramme für die Bearbeitung politisch relevanter Fragestellungen
  • Vermittlung zwischen unterschiedlichen Überzeugungen und Interessen
  • (inter-)nationale Integrationsprogramme für multikulturelle (Rand-)Gruppen  
  • Moderation und Konfliktschlichtung (nationale und internationale Beziehungen)
  • Angleichung unterschiedlicher Voraussetzungen (Rechtssysteme, Infrastrukturen)

Diese Zusammenfassung basiert auf unterschiedlichen Quellen, u.a. auf der Dissertation „Identity Matching“von Dr. Markus Erbach (begonnen 2004, publ. 2011 im Logos Verlag Berlin) und der seither weiter betriebenen Forschung und Anwendung des Pragmatic Identity Matchings. 

Copyright: Dr. Markus Erbach 2004-2015

Comments ( 0 )